Tag: Methode

  • Drei Freiheiten für steten Schritt

    Über etwa das letzte halbe Jahr sind mir drei Dinge aufgefallen die ich benötige um an einem Tag meine Aufgaben gut und effizient erledigen zu können.

    Diese sind

    • Kapazität
    • Energie
    • Klarheit

    Diese drei und was mir persönlich hilft sie verfügbar zu halten will ich im Folgenden etwas genauer erklären.

    Kapazität

    Vor einer Weile habe ich einmal einen Spruch etwa wie folgt gelesen.

    Jede Bewegung wird aus der Stille davor geboren

    Leider kann ich das originale Zitat nicht mehr finden, aber die Aussage beschreibt für mich, was ich mit dem Punkt Kapazität sagen möchte. Primär bezieht sich diese Freiheit für mich auf etwas im Kopf, aber das liegt daran, dass ich vor allem mit dem Kopf arbeite. Was ich sagen will ist, dass wenn mein Kopf Still ist, er Kapazität hat neue Daten aufzunehmen, neues zu denken und zu verarbeiten. Ist er bereits mit tausend Dingen gefüllt kann er nicht mehr gut arbeiten und ich habe keine Kapazität mehr.

    Der effektivste Weg um mir diese geistige Kapazität zu schaffen ist tatsächlich Meditation, sogar für mich.. der bestenfalls ein sehr ungeübter Meditator ist. Auch Schlafen kann funktionieren, muss es bei mir aber nicht, denn manchmal wache ich auch voller Gedanken auf. Zu Meditation zähle ich an der Stelle alle Arten und Verbindungen von Tätigkeiten die einen in meditative Zustände bringen können, wie Zazen, QiGong, Tai Chi, Yoga, reine Atemübungen oder wonach einem eben am ehesten ist.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass diese Kapazität genauso auch in Bezug auf den Körper zu betrachten ist. Wobei hier die Abgrenzung von der später beschriebenen Freiheit Energie etwas schwerer fällt. Eine aufgebrauchte Kapazität würde ich im körperlichen Sinne als schweren Muskelkater definieren, Kapazität generell aber als Kraft oder Ausdauerpotential, welches man sich ähnlich wie Stille im Kopf erst einmal antrainieren muss.

    Energie

    Unter diesem Punkt verstehe ich in diesem Falle Potential wie Ausgeschlafenheit des Geistes und Ausgeruhtheit des Körpers. Beides verbraucht sich über den Tag und wird durch Schlaf aufgefüllt, den wir uns meist zu wenig gönnen. Dies ist der einfachste Punkt zu erklären, aber weil wir uns zu selten echte Ruhe schenken nicht der leichteste in gutem Zustand zu halten.

    Klarheit

    Unter Klarheit verstehe ich in diesem Kontext Projektmanagement. Was ist wann und wie zu tun. Je weniger hier über den Tag noch zu entscheiden ist, desto besser. Denn Entscheidungen zu treffen verbraucht Kraft und wenn man dabei anfängt viele Optionen gegeneinander abzuwiegen auch Klarheit.

    Es kann dabei helfen, zwischen Tätigkeit und Planungsmodus zu unterscheiden und nicht zu versuchen gleichzeitig beides zu tun. Für eine Weile kann die erste Freiheit Kapazität zwar auch viel Unklarheit abpuffern, wenn sie gut aufgeladen ist, aber letztlich ist ein gutes Projektmanagent das Öl im Motor der anderen beiden Freiheiten, das einem erlaubt geschmeidig und nach initialer Planung ohne großes Hin und Her einfach nur auszuführen was geplant war.

    Um Klarheit zu haben hilft mir ein System an Markdown Dateien. Ich lege gerne für jeden Tag eine Datei mit dem Datum z.B. `2026-08-11.md` an und schreibe alles was mir an Gedanken unsortiert einfällt hinein. Dort mache ich Checklisten für den Tag und schreibe quasi eine Art stichpunktartiges Tätigkeits-Tagebuch.

    Sollte mir die Digitalität zu viel sein wechsele ich ab und an auch auf Papier. Aber meine Hauptmethode ist zu wissen, dass ich eine Planungsperiode habe in der nur geplant wird. Ich die Ergebnisse so genau wie möglich aufschreibe und damit Fehlerpunkte bereits aus einer Art Adlerperspektive gesehen und bewertet habe.

    Das kann so einfach sein wie eine Liste mit Todo Punkten, oder so komplex wie Timeboxing mit der Frage, was in welcher Reihenfolge Sinn ergibt und was ich wohin mitnehmen muss.

    Möglicherweise könnte ich auch sagen, dass es diese drei für mich braucht um in einen der berühmten “Flow” Zustände zu kommen. Das Schöne daran, dies so aufzuschreiben ist aber vor allem, dass ich bewusst darauf achten kann diese drei Freiheiten in ausreichender Menge für mich selbst verfügbar zu halten.

  • Diade

    Diaden sind einer meiner liebsten Wege in Verbindung zu gehen. Man muss sie auch nicht so nennen um sie durchzuführen, aber ich möchte hier einmal beschreiben was ich darunter kenne und wie eine Art Reinform einer Diade mit allen Schnörkeln, Schleifen und Gedanken um sie herum aussehen könnte.

    Ziel

    Eine Diade kann in meinen Augen ein Ziel haben, aber dieser Satz sagt auch schon, dass sie kein Ziel haben muss. Mein Ziel ist es meist einfach nur wirklich in Presenz meines Gegenübers zu sein. Dennoch kann man auch ein Thema mit in die Diade nehmen. Man sollte sich aber im Vorhinein klar darüber werden ob die Diade Gefühlsgeführt oder Logikgeführt wird. Sprich ob man sich wahrnehmen oder mit einander ein Problem lösen will.

    Vorbereitung

    Ich bin persönlich ein Mensch der Rituale liebt um in Stimmungen zu kommen und mich gewissermaßen damit auf etwas einzustellen. Daher bin ich auch hier Fan davon eine Diade nicht spontan am Straßenrand abzuhalten sondern sich dafür einen Raum zu nehmen in dem man ungestört ist, der vielleicht ansprechend dekoriert ist und der sich für beide Gesprächspartner sicher anfühlt. Es ist absoulut notwendig genug Zeit mitzubringen und nicht mit Termindruck da zu sein. Wenn Zeitdruck besteht, verschiebt lieber die Diade als sie noch in irgendwo hineinquetschen zu wollen.

    Auch finde ich es wichtig eine Diade nicht ganz spontan machen zu wollen, selbst wenn Zeit dafür ist. Es ist besser wenn beide Gesprächspartner wissen wann die Diade sein wird und sich darauf einstellen können. Wenn beide bereits einige Diaden gemacht haben ist das aber weit weniger wichtig.

    Ablaufvorschlag

    1. Sucht euren Ort der Wahl auf und macht es euch bequem. Sehr zu, dass alles vor Ort ist was ihr in der nächsten Zeit braucht und niemand in der nächsten Zeit spontan aufspringen muss um zum Beispiel zur Toilette zu gehen oder Getränke zu holen.
    2. Fragt euch ob ihr bereit seid in Austausch zu gehen und besprecht nochmal worum es gehen soll, falls ihr ein Thema mit in die Diade nehmt. Falls ihr euch auf eine Form der Kommunikation geeinigt habt die Regeln hat sprecht diese nochmal ab. z.B. das das Geagte nicht weitergegeben wird, oder das ihr nur von euch selbst sprechen wollt und nicht über andere.
    3. Startet ganz bewusst mit dem Entzünden einer Kerze oder dem Anschlagen einer Klangschale oder etwas in der Art.
    4. Derjenige mit dem ersten Impuls beginnt
    5. Wenn keiner mehr Impulse hat bleibt ein paar Minuten in Stille und seht euch einfach nur in die Augen oder nehmt euch als Ganzes wahr.
    6. Blast gemeinsam die Kerze aus oder schlagt die Klangschale nochmal an, was die Diade beendet.
    7. Räumt gemeinsam auf und seiet erquicket.

    Ideen für Themen einer Diade

    • Eine Frage die wir einander gerade in vertrauensvollen 1 zu 1 Beziehungen zu wenig stellen ist meiner Ansicht nach:
      Wie möchtest du geliebt werden? Was möchtest du mir in unserer Beziehung geben, was möchtest du bekommen? Sei bitte so ehrlich wie es dir nur möglich ist!