Tag: Gesellschaft

  • Diade

    Diaden sind einer meiner liebsten Wege in Verbindung zu gehen. Man muss sie auch nicht so nennen um sie durchzuführen, aber ich möchte hier einmal beschreiben was ich darunter kenne und wie eine Art Reinform einer Diade mit allen Schnörkeln, Schleifen und Gedanken um sie herum aussehen könnte.

    Ziel

    Eine Diade kann in meinen Augen ein Ziel haben, aber dieser Satz sagt auch schon, dass sie kein Ziel haben muss. Mein Ziel ist es meist einfach nur wirklich in Presenz meines Gegenübers zu sein. Dennoch kann man auch ein Thema mit in die Diade nehmen. Man sollte sich aber im Vorhinein klar darüber werden ob die Diade Gefühlsgeführt oder Logikgeführt wird. Sprich ob man sich wahrnehmen oder mit einander ein Problem lösen will.

    Vorbereitung

    Ich bin persönlich ein Mensch der Rituale liebt um in Stimmungen zu kommen und mich gewissermaßen damit auf etwas einzustellen. Daher bin ich auch hier Fan davon eine Diade nicht spontan am Straßenrand abzuhalten sondern sich dafür einen Raum zu nehmen in dem man ungestört ist, der vielleicht ansprechend dekoriert ist und der sich für beide Gesprächspartner sicher anfühlt. Es ist absoulut notwendig genug Zeit mitzubringen und nicht mit Termindruck da zu sein. Wenn Zeitdruck besteht, verschiebt lieber die Diade als sie noch in irgendwo hineinquetschen zu wollen.

    Auch finde ich es wichtig eine Diade nicht ganz spontan machen zu wollen, selbst wenn Zeit dafür ist. Es ist besser wenn beide Gesprächspartner wissen wann die Diade sein wird und sich darauf einstellen können. Wenn beide bereits einige Diaden gemacht haben ist das aber weit weniger wichtig.

    Ablaufvorschlag

    1. Sucht euren Ort der Wahl auf und macht es euch bequem. Sehr zu, dass alles vor Ort ist was ihr in der nächsten Zeit braucht und niemand in der nächsten Zeit spontan aufspringen muss um zum Beispiel zur Toilette zu gehen oder Getränke zu holen.
    2. Fragt euch ob ihr bereit seid in Austausch zu gehen und besprecht nochmal worum es gehen soll, falls ihr ein Thema mit in die Diade nehmt. Falls ihr euch auf eine Form der Kommunikation geeinigt habt die Regeln hat sprecht diese nochmal ab. z.B. das das Geagte nicht weitergegeben wird, oder das ihr nur von euch selbst sprechen wollt und nicht über andere.
    3. Startet ganz bewusst mit dem Entzünden einer Kerze oder dem Anschlagen einer Klangschale oder etwas in der Art.
    4. Derjenige mit dem ersten Impuls beginnt
    5. Wenn keiner mehr Impulse hat bleibt ein paar Minuten in Stille und seht euch einfach nur in die Augen oder nehmt euch als Ganzes wahr.
    6. Blast gemeinsam die Kerze aus oder schlagt die Klangschale nochmal an, was die Diade beendet.
    7. Räumt gemeinsam auf und seiet erquicket.
  • Demokratie ohne intelligente Mehrheit

    In vielerlei Hinsicht, fand ich es immer schon schwer hinzunehmen, dass die großen menschlichen Gesellschaften nicht aktiv nach immer besseren Gesellschaftsformen fahnden, sondern jede stets behauptet, die zu Ende entwickelte Krone der Gesellschaftsformen zu sein. Dieses Verhalten legt unsere moderne Demokratie genauso an den Tag wie es Aristokratien oder sogar Diktaturen getan haben. Und da bisher keine Gesellschaftsform für immer gehalten hat, möchte ich an dieser Stelle ein mögliches Endszenario für die Gesellschaftsform der modernen Demokratie erforschen, das ich über die letzten Jahre für immer wahrscheinlicher wahrgenommen habe.

    Eine Demokratie geht davon aus, dass: “Die Mehrheit einer Gruppe Entscheidungen trifft, die für die Mehrheit der Gruppe gut sind.” Wenn dieser Satz sich an einem gewissen Punkt als falsch herausstellt, hat die Essenz der Demokratie versagt und entweder besteht die Demokratie noch eine Weile ergibt aber keinen Sinn mehr, oder aber sie wird von irgendeiner anderen Kraft übernommen die in diesem Moment gerade stark ist.

    Zur Beurteilung, ob eine Gesellschaft Entscheidungen trifft die ihr nicht nützlich sind, habe ich zwar viele Ansichten, aber kann als einzelner Mensch keine Aussagen als 100% “korrekt” oder “falsch” abstempeln. In meinen Augen müssten wir uns z.B. demokratisch dafür entscheiden können, dass wir nicht möchten, dass die Wirtschaft Einfluss auf unsere gewählten Volksvertreter nimmt, oder wir müssten entscheiden, dass wir als Menschheit die auf einem begrenzten Planeten lebt eine friedliche Strategie brauchen, um wieder weniger Menschen zu werden. Aber wenn es an unsere Grundinstinkte und an unseren eigenen Komfort geht, sind wir eben nicht für eine größere Gruppe intelligent – weder privat, noch als Mehrheit. Wir beeinflussen eher die Mehrheit dazu gemeinsam eine bequeme und unvernünftige Entscheidung beizubehalten.